B – Einsatz Messzug – Brand Industriegebäude Leiderer Hafen


Einsatznummer: 2013-037
Datum und Uhrzeit: 7. März 2013, 11:05 Uhr
Alarmierungsart: Gruppe, Trupp, Zug
Einsatzart: B
Einheiten und Fahrzeuge: GW-Mess, ELW (außer Dienst), MTW 2007 (außer Dienst)
Weitere Kräfte: Feuerwehr Aschaffenburg, Messzug Lkr. AB


Einsatzbericht:

„Einsatz für dem Messzug des Landkreises Aschaffenburg – Brand Industriebetrieb Hafen Leider“ war das Einsatzstichwort am 07.03.2013 für die Feuerwehr Stockstadt. Im Hafengebiet von Aschaffenburg kam es zu einem Großbrand in einem Industriebetrieb. Neben der starken Rauchentwicklung kam es zum Abbrand von Titanspänen (Metallbrand) die unter der Verwendung von Wasser nicht gelöscht werden können.

 

Die Feuerwehr Stockstadt ist im Rahmen des Messzuges als Abschnittsleitung Messen und dem Gerätewagen Messen (GW-Mess) vorgesehen.  Die Messleitung wurde in der Nähe der Einsatzleitung vor Ort eingerichtet und der GW-Mess begann umgehend mit der Messung von möglichen Luftschadstoffen im Einsatzgebiet. Der Messzug bestehend aus 12 Feuerwehren des Landkreises Aschaffenburg und stand für mögliche Messaufgaben auf der Feuerwache Aschaffenburg in Bereitschaft. Die notwendigen Messungen wurden in Abstimmung mit der Einsatzleitung durchgeführt.

 

Feuerwehr Lkr. Aschaffenburg – Zug Messen

Fachberater ABC
FF Stockstadt (GW-Mess; ELW 1 als Messleitfahrzeug)
FF Rottenberg (Wetterstation)
FF Großostheim
FF Haibach
FF Krombach
FF Alzenau
FF Kahl
FF Laufach
FF Goldbach
FF Weibersbrunn
FF Waldaschaff
WF Sappi Stockstadt
mit einem Messkoffer und einem Probeentnahmekoffer

 

Bericht, Video und Bilder Mainecho vom 07.03.2013

 

Polizeibericht vom 07.03.2013

ASCHAFFENBURG. Lichterloh in Flammen stand eine Lagerhalle auf dem Gelände einer Recyclingfirma in der Hafenrandstraße. Aus noch ungeklärter Ursache sind dort Metallspäne aus Titan in Brand geraten. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort. 

Erstmeldung

Die Mitteilung über diesen Brand erreichte die Polizei gegen 10:30 Uhr. Nach Auskunft der Feuerwehr können die brennenden Titanspäne nicht auf herkömmlichem Wege abgelöscht werden. Nur durch das Zumischen von Zement wird es den Einsatzkräften möglich sein, das Feuer zu bekämpfen. Gegen 13.00 Uhr werden zu diesem Zweck Betonmischfahrzeuge anfahren. Ab diesem Zeitpunkt wird die Feuerwehr damit beginnen können, den Zement an den Brandherd heranzuführen.

Aktuell ist alle Aufmerksamkeit auf eine unmittelbar an die Brandstelle angrenzende Lagerhalle gerichtet, in welcher Magnesium eingelagert ist. Dringlichste Aufgabe der Brandbekämpfer war es zunächst, ein Übergreifen der Flammen auf diesen Bereich zu verhindern. Neben der Kühlung der Feuerschutzwände arbeitete die Feuerwehr mit Hochdruck daran, das Magnesium aus dem Gefahrenbereich zu bergen. Wie die Feuerwehr soeben (11.45 Uhr) mitteilte, wird ein Übergreifen der Flammen auf die Magnesiumlagerstätte nicht zu verhindern sein. Sollte das Metall ebenfalls Feuer fangen, besteht Explosionsgefahr. Das Werksgelände wird aus diesem Grunde geräumt und abgesperrt.

Durch das Feuer kommt es zu starker Rauchentwicklung. Ob die entweichenden Brandgase eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen könnten, prüft in diesen Minuten die Feuerwehr mit spezieller Messtechnik. Vorsorglich werden die Menschen schon jetzt über Rundfunkdurchsagen gebeten, Fenster und Türen zu schließen.

Verletzte sind bis jetzt keine zu beklagen. Über die Brandursache und die Höhe des Schadens können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg ermittelt vor Ort.

Nachtragsmeldung von 12:55 Uhr

Entgegen erster geäußerter Befürchtungen kann die Feuerwehr ein Übergreifen auf das Magnesiumlager verhindern. Zur Stunde (12.20 Uhr) sind die Einsatzkräfte nach wie vor mit der Kühlung der Hallenwände beschäftigt. Etwa 100 Tonnen Magnesium konnten aus dieser Halle geborgen werden. Von einer Explosionsgefahr wird nicht mehr ausgegangen.

Inzwischen liegen auch die ersten Messergebnisse hinsichtlich der Luftschadstoffbelastung vor. Laut den Spezialisten der Feuerwehr liegen die Messwerte in allen Bereichen weit unter den zulässigen Grenzwerten. Demnach geht von den Rauchwolken keine Gefahr für die Bevölkerung aus. Eine Warnung der Menschen ist nicht mehr erforderlich.

Ersten Einschätzungen nach sind bisher 80 bis 100 Tonnen des zu Ballen gepressten Titan verbrannt. Der Sachschaden dürfte mehrere hunderttausend Euro betragen.

Nachtragsmeldung von 16:09 Uhr

Der Großbrand in einer Lagerhalle auf dem Gelände einer Recyclingfirma in der Aschaffenburger Hafenrandstraße ist gelöscht. Vereinzelte Glutnester werden aber noch bis in den Abend hinein zu bekämpfen sein.

Aufgrund der bei dem Metallbrand entstandenen hohen Temperaturen bis über 2.000 Grad Celsius wurden tragende Elemente der betroffenen Halle so massiv in Mitleidenschaft gezogen, dass Einsturzgefahr besteht. Sollte sich diese Gefahr verwirklichen, wird das Gebäude aber in sich zusammen fallen. Zusätzliche Schäden sind daher nicht zu befürchten.

Über die Brandursache liegen noch keine Erkenntnisse vor. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Es ist von mehreren hunderttausend Euro Sachschaden auszugehen. Verletzte sind nicht zu beklagen.

Die Feuerwehr wird noch bis in den Freitagvormittag hinein eine Brandwache stellen. Aufgrund der immer noch herrschenden hohen Temperaturen an der Brandstelle muss damit gerechnet werden, dass immer noch kleinere Feuer aufflackern können.